Neuer Glanz auf Schienen

Die angehenden Fachpraktiker für Maler und Lackierer der Berufsbildung renovieren den Mitropa-Speisewagen der Rahdener Museumseisenbahn.

Seit 75 Jahren mit der Region rund um Espelkamp und darüber hinaus verbunden zu sein, das ist die Grundlage für die tägliche Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ev. Stiftung Ludwig-Steil-Hof. Das gilt auch schon für die Auszubildenden der Stiftung ganz selbstverständlich. Für die angehenden Fachpraktiker für Maler und Lackierer der Berufsbildung gab es kürzlich eine besondere Möglichkeit dies auch praktisch unter Beweis zu stellen.

Der Museums-Eisenbahn Rahden-Uchte e.V. hatte ein besonderes Anliegen und Vereinsmitglied Günter Lückemeier war schnell klar, dass der Ludwig-Steil-Hof eine passende Lösung im Gepäck haben könnte. Konkret ging es darum, einen Mitropa-Speisewagen wieder auf Vordermann zu bringen und ihn noch viele Jahre zu erhalten. Gebaut im Jahr 1928 und nach der Ausmusterung im Jahr 1969 fand er sich zunächst im Potts Park wieder, bevor er 2001 nach Rahden kam. „Wir haben uns schon vor dem Beginn der Corona-Pandemie Gedanken über die notwendige Restaurierung des Speisewagens gemacht“, macht Vereinsvorsitzende Christina Schwarze deutlich. Unter anderem ging es darum, ihn vom Rost zu befreien. Schnell wurde klar, dass das nicht per Sandstrahl passieren konnte, sondern vorsichtig von Hand passieren muss. „Eine Aufarbeitung liegt uns sehr am Herzen, denn auch wenn die Küche schon vor einigen Jahren ausgebaut wurde, ist der Wagen dennoch eine Rarität“, so Christina Schwarze weiter. Für die Museumseisenbahner stand fest, dass die erforderlichen Arbeiten nicht selbst durchgeführt werden konnten. Die aktiven Mitglieder des Vereins arbeiten momentan mit allen Kräften daran, dass der Fahrbetrieb wieder aufgenommen werden kann, nachdem die Strecke in 2022 aufgrund baulicher Mängel für den Fahrbetrieb gesperrt wurde. „Viele der erforderlichen Arbeiten sind bereits erledigt, aber bis es wieder losgehen kann, ist noch eine Menge zu tun. Eine große Aufgabe und sehr viel Arbeit, die leider auf wenige Schultern verteilt ist. Daher sind wir ganz besonders den Azubis sehr dankbar für ihre tolle Arbeit, aber natürlich auch den Mitarbeitern des Ludwig-Steil-Hofs, die das Projekt möglich gemacht haben“, freut sich Christina Schwarze. „Es ist großartig, mal außerhalb der Werkstatt zu arbeiten und bei einem Projekt zu unterstützen. Mittlerweile ist schon die Grundierung aufgetragen und im Frühjahr des nächsten Jahres geht es weiter“, so hört man einen der beteiligten Auszubildenden.

Die aktiven Vereinsmitglieder treffen sich jeden Samstag am Lockschuppen. Gespannt haben sie den Fortschritt der Renovierungsarbeiten verfolgt und freuen sich sehr über die Kooperation mit dem Ludwig-Steil-Hof. Viele Menschen aus Rahden sind ebenso begeistert und freuen sich sehr, dass der Speisewagen bald in neuem Glanz erstrahlt. Jens Bökenkröger ist einer der Bereichsleitungen der Berufsbildung und unterstreicht den besonderen Wert solcher Zusammenarbeit für die Ausbildung der Jugendlichen: „Wir möchten eine rundum hochwertige Ausbildung bieten, welche bestmöglich auf die Arbeitswelt vorbereitet. Wir dürfen nur gemeinnützige Aufträge erfüllen, machen das aber besonders gerne, weil sie den praktischen Teil der Ausbildung sehr bereichern“.

Zum Bild:

Der Mitropa-Speisewagen kurz vor der Renovierung. Foto: Museums-Eisenbahn Rahden-Uchte e.V.

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