Lehrreiche Zeitreise: Exkursion ins Holzhandwerksmuseum nach Hiddenhausen

Auszubildende der Evangelischen Stiftung Ludwig-Steil-Hof erkunden historische Techniken und Berufe ihres Handwerks

Kürzlich unternahmen die angehenden Fachpraktiker für Holzverarbeitung beziehungsweise Tischler der Beruflichen Bildung der Evangelischen Stiftung Ludwig-Steil-Hof, begleitet von Ausbilderin Marion Kuhlmann-Krüger und Ausbilder Dietmar Horstmann, eine lehrreiche Reise in die Vergangenheit ihres Berufes in das Holzhandwerksmuseum nach Hiddenhausen. Ehrenamtlich betrieben und geführt ist es immer wieder eine Reise wert.

Diese Exkursion bot wieder einmal eine wertvolle Gelegenheit, die Theorie der Ausbildung mit praxisnahen Erfahrungen vielfältig und immer wieder neu zu verknüpfen.

Zu Beginn der Besichtigung stand ein historisches Sägegatter aus dem Jahr 1890 im Mittelpunkt, das bis heute funktionsfähig ist. Die Auszubildenden konnten die beeindruckende Mechanik in Aktion erleben und den enormen technischen Fortschritt, den das Handwerk seitdem gemacht hat, hautnah nachvollziehen.

Im Anschluss daran gab es in einer historischen Tischlerei des Museums Einblicke in die Werkzeuge und Maschinen vergangener Zeiten. Der Besuch verdeutlichte eindrucksvoll, wie kräftezehrend und mühevoll die Handarbeit früher war, die heute durch moderne Maschinen in einem Bruchteil der Zeit erledigt wird. Besonders der Kontrast zwischen den früheren und den heutigen Maschinen, den die Auszubildenden durch ihren kürzlich absolvierten Maschinenlehrgang im Handwerksbildungszentrum gut nachvollziehen konnten, war für alle nachhaltig interessant. Auffällig waren insbesondere die damals fehlenden Sicherheitsvorkehrungen und der kaum vorhandene Arbeitsschutz, die heute selbstverständlich sind.

Zum Abschluss des Besuchs wurden verschiedene Holzhandwerksberufe vorgestellt, die heute teilweise nicht mehr existieren, darunter der Holzschuhmacher, der Stellmacher, der Drechsler, der Holzbildhauer und der Böttcher. Diese historische Perspektive bot den Auszubildenden nicht nur einen Einblick in die Vielfalt des Holzhandwerks, sondern auch eine Wertschätzung für die Entwicklungen und Innovationen, die das Handwerk im Laufe der Zeit durchlaufen hat.

“Heute haben wir wieder einmal gelernt, dass der Erhalt des Holzhandwerksmuseums von großer Bedeutung ist, da es nicht nur ein wichtiges kulturelles Erbe bewahrt, sondern auch als lebendiges Lehrmittel dient“ resümierte Dietmar Horstmann. „Es ermöglicht den Auszubildenden die Geschichte ihres Handwerks zu verstehen und die Entwicklung von Technologien und Arbeitsschutzmaßnahmen nachzuvollziehen. Solche Erfahrungen bereichern die Ausbildung und fördern ein tieferes Verständnis und eine größere Wertschätzung für das Handwerk. Das ist genau unser gelebter Anspruch bei der Ausbildung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen“ ergänzte seine Kollegin Marion Kuhlmann-Krüger.

Mit vielen beeindruckenden Erlebnissen im Gepäck traten die Auszubildenden die Heimreise an, inspiriert und motiviert, ihr Handwerk mit neuem Wissen und frischer Begeisterung weiter zu erlernen.

Zu den Bilder von oben nach unten:

Bild1:
Erlebten eine lehrreiche lehrreiche Zeitreise: Christina Sophie Kruke, Jonas Tegeler, Tayler Brian Eeles und Nick Elyas Olek.

Bild 2:
Die historische Tischlerei des Museums lässt die Vergangenheit detailreich fast schon lebendig erscheinen.

Bild 3:
Das historische Sägegatter aus dem Jahr 1890 ist heute noch funktionsfähig.

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